Lagerungsschäden sind ernstzunehmende Komplikationen, die während oder nach medizinischen Eingriffen auftreten können, wenn Patienten unsachgemäß positioniert werden. Diese Fehler können zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, darunter Nervenschäden, Hautläsionen oder sogar dauerhafte Behinderungen. Im Rechtsgebiet des Medizinrechts gehören Lagerungsschäden wie auch Hygienefehler im Krankenhaus leider zu den in der Öffentlichkeit weniger beachteten Schäden als Folge einer medizinischen Behandlung.
Ursachen und Folgen von Lagerungsschäden
Während chirurgischer Eingriffe ist die korrekte Lagerung des Patienten essenziell, um Druckstellen und Durchblutungsstörungen zu vermeiden. Ein Dekubitus ist eine schlecht und langsam heilende Wunde infolge einer Minderdurchblutung der Haut oder des umgebenen Subkutangewebes. Eine fehlerhafte Positionierung kann zu anhaltendem Druck auf bestimmte Körperbereiche führen, was Nervenschäden, Muskelschäden oder Hautläsionen zur Folge haben kann. Ein besonders gravierendes Beispiel ist die Erblindung eines Patienten nach einer Wirbelsäulenoperation aufgrund unsachgemäßer Lagerung in Bauchlage, bei der das Auge dauerhaftem Druck ausgesetzt war. In diesem Fall wurde ein Schmerzensgeld von 40.000 Euro zugesprochen.
Wie kommt es bei medizinischen Eingriffen dazu?
Lagerungsschäden können auftreten, wenn ein Patient während einer Operation oder Untersuchung nicht richtig positioniert wird. Dabei kann es zu Schäden wie Nervenirritationen, Druckgeschwüren, Gelenkproblemen oder in seltenen Fällen sogar zu einer Erblindung kommen. Diese entstehen meist durch anhaltenden Druck, Zug oder eine ungünstige Überstreckung des Gewebes.
Faktoren, die das Dekubitus–Risiko erhöhen:
- Dauer des Eingriffs: Je länger eine Operation dauert, desto größer ist das Risiko, dass der Körper durch eine unbequeme oder belastende Position Schaden nimmt.
- Art der Lagerung: Manche Positionen, wie die Bauch- oder Steinschnittlagerung, können bestimmte Nerven besonders belasten.
- Vorerkrankungen: Patienten mit Durchblutungsstörungen oder anderen Vorerkrankungen sind oft anfälliger für Lagerungsschäden.
- Muskelentspannung: Während einer Narkose sind die natürlichen Schutzreflexe des Körpers ausgeschaltet, wodurch das Risiko für Verletzungen steigt.
Wie können Lagerungsschäden vermieden werden?

Damit es gar nicht erst zu solchen Schäden kommt, ist es wichtig, dass das medizinische Personal gut geschult ist und die Risiken kennt. Operateure und Anästhesisten tragen die Verantwortung für eine sichere Lagerung und müssen darauf achten, dass Druckstellen vermieden werden. Spezielle Polsterungen und Lagerungshilfen können helfen, den Druck auf empfindliche Körperstellen zu reduzieren und so das Risiko von Schäden deutlich zu senken.
Eine sorgfältige Lagerung ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und den Patienten bestmöglich zu schützen.
Rechtliche Schritte bei Lagerungsschäden
Patienten, die in Folge einer Therapie oder medizinischen Eingriffs Opfer von Lagerungsschäden geworden sind, haben selbstverständlich das Recht, rechtliche Schritte einzuleiten und um Aufklärung ihres Falles zu verlangen. Ein bemerkenswertes Urteil des Landgerichts München I zeigt die Konsequenzen mangelhafter Pflege: Eine 70-jährige Frau erlitt nach einem Krankenhausaufenthalt Druckgeschwüre, die letztlich zur Amputation des linken Oberschenkels führten. Das Gericht stellte fest, dass die Patientin nicht nach pflegerisch-medizinischem Standard versorgt wurde, was zu den schweren Komplikationen führte.
Unterstützung durch Frau Ritter
Als erfahrene Anwältin im Medizinrecht steht Frau Ritter aus Reutlingen-Rommelsbach Patienten zur Seite, die durch Lagerungsschäden in Folge von Operationen und medizinischen Eingriffen beeinträchtigt wurden. Sie setzt sich dafür ein, die Interessen ihrer Mandanten sowohl vor Gericht als auch in Verhandlungen mit Krankenhäusern und Versicherungen durchzusetzen, um angemessene Entschädigungen für erlittene Schäden und mögliche Beeinträchtigungen in der Zukunft für den Patienten, wie zum Beispiel durch zu erwartende Verdienstausfälle, zu erhalten. Wichtig ist hierbei auch die Einschätzung der Anwältin, ob es sich in Ihrem Fall um einen „groben Behandlungsfehler“ handelt, der zur Beweislastumkehr
Sofern Sie oder jemand aus Ihrer Familie davon betroffen sein sollte empfehle ich als erfahrene Juristin auf dem Gebiet der Arzthaftung und der Patientenrechte stets, so früh wie möglich mit der Protokollierung der einzelnen Vorgänge, Beschwerden und getroffenen Maßnahmen zu beginnen um möglichen Dokumentationsmängeln vorzubeugen.
Fazit
Lagerungsschäden sind vermeidbare Komplikationen, die ernsthafte gesundheitliche Folgen haben können. Betroffene Patienten sollten ihre Rechte kennen und bei Bedarf rechtlichen Beistand suchen, um angemessene Entschädigungen zu erhalten. Frau Ritter bietet hierbei kompetente Unterstützung und setzt sich engagiert für die Rechte ihrer Mandanten ein.
Thematisch verwandte Rechtsprechungen:
OLG Köln, 13.05.2015 – 5 U 166/14 |